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Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkt 1: Parlamentarische Formen in Kirche und Staat im östlichen Europa
Kurzbeschreibung:
Gegenstand ist die Entwicklung korporativer Strukturen sowohl im kirchlichen (Konzilien) wie im weltlichen (Parlamente, Ständeversammlungen) Bereich, die sich durch ein bestimmtes Repräsentationsverständnis auszeichnen. Im Mittelpunkt steht die Phase des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, da hier – wenigstens im Sinne einer Kontinuität der Formen – bereits wesentliche Grundlagen für die eigentlich moderne Parlamentsgeschichte gelegt wurden. über den Teilnehmerkreis, die verhandelten Gegenstände und die überlieferung parlamentarischer Versammlungen soll die Verlagerung politischer Entscheidungsfindung durchleuchtet werden. Insofern die mittelalterliche Kirche auch ein „Staat“ gewesen ist und später die reformierten Landesherren auch an der Spitze ihrer jeweiligen Landeskirche gestanden sind, bezieht sich das Thema auch auf die Kirche. Interessant sind gleichermaßen theoretische Abhandlungen wie praktische Umsetzungen, im östlichen Europa genauso wie (vergleichend dazu) im westlichen.
Publikation:
In Vorbereitung ist ein umfangreicher Beitrag zu dem von W. Brandmüller (Rom) herausgegebenen „Konzilienlexikon“, betreffend die National- und Provinzialkonzilien in Polen und Böhmen vom 10. bis zum 20. Jahrhundert.
Link:
www.konzilienlexikon.de
Forschungsschwerpunkt 2: Religiöse Erinnerungsorte im östlichen Europa
Kurzbeschreibung:
Kollektive Erinnerung folgt anderen Gesetzmäßigkeiten als individuelle Erinnerung. Die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis spiegeln sich in einer aktuell sehr intensivierten Forschung vor allem zum Bereich der politischen Erinnerungskultur. Ein mehrbändiges Werk zu deutschen Erinnerungsorten mag als Illustration dienen. Damit ist der Kreis der Objekte, die für eine öffentlichkeitswirksame „Memoria“ symbolträchtige Anknüpfungspunkte bieten, aber längst noch nicht abgeschritten. Interessant sind darüber hinaus vor allem religiöse Erinnerungsorte, weil dort ein wesentliches Element gesellschaftlicher „Identitätsbildung“ sichtbar wird. Es geht nicht um jede Kirche, jeden Friedhof und jedes Marterl (obgleich deren regionale Gruppierung durchaus ein Thema sein könnte). Im Vordergrund stehen hier herausgehobene Kristallisationspunkte religiöser Erinnerung, die für Gruppen oder Großkollektive (Nationen) konstituierend geworden sind – man denke an den St. Annaberg für die Schlesier, an Tschenstochau für die Polen oder an den Weißen Berg, der für die Tschechen mit einer politischen und zugleich konfessionellen Erinnerung verknüpft ist. Das Thema ist für den ganzen christlichen Orbis relevant, einschließlich der Orthodoxie.
Publikation:
In Arbeit befindet sich eine mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart konzipierte Enzyklopädie zu religiösen Erinnerungsorten im östlichen Europa.
Link:
http://www.phil.uni-passau.de/geschichte_osteuropa/erinnerungsorte
Forschungsschwerpunkt 3: Adel in Schlesien
Kurzbeschreibung:
Das deutsch-polnische Gemeinschaftsprojekt „Adel in Schlesien/Szlachta na Śląsku“ startet Mitte 2005 unter der ägide des
Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte in Oldenburg und des Kunsthistorischen Seminars der Universität Breslau/Wroclaw
(Polen). Es besitzt als größtes Teilprojekt ein Internationales Graduiertenkolleg, das von Passau aus organisiert wird und neben der
Universität Passau noch die Wissenschaftsstandorte Stuttgart, Breslau/Wroclaw und Krakau/Kraków umfaßt. Vier Stipendiaten und andere,
kooptierte Kollegiaten werden sich mit der kulturellen Relevanz des schlesischen Adels in Mittelalter und Neuzeit (bis zum 19. Jh.)
befassen. Die zeitliche Bandbreite wie auch die multidisziplinäre Ausrichtung (auf Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistik)
garantieren vielfältige Anschlußmöglichkeiten, auch im gesamteuropäischen Rahmen. Im Vordergrund stehen Fragen adeliger
Repräsentation, adeligen Mäzenatentums und adeliger Elitenbildung generell. Die Orientierung auf Schlesien hin besitzt den Vorteil,
nicht nur eine klassische „Adelslandschaft“ zu erfassen, sondern über das Engagement des Adels in Politik und Wirtschaft auch ein
wesentliches Stück der Sozialgeschichte einzufangen.
Publikationen:
Zu erwarten sind mehrere Dissertationen zum Thema, dazu diverse Publikationen der beteiligten Betreuer an den vier Standorten.
Link:
Portal des Projektes "Adel in Schlesien"
Forschungsschwerpunkt 4: Ruthenien
Kurzbeschreibung:
Im Mittelpunkt steht die Geschichte der östlichen Teile Polens und Litauens in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Der Fokus liegt dabei auf
der Spezifik Rutheniens als eines religiösen (lateinisch-orthodoxen) und ethnischen (polnisch-litauisch-ruthenisch-deutsch-jüdischen)
Mischraumes. über die Ermittlung "kultureller Grenzen" soll die gesellschaftliche, intellektuelle und künstlerische Entwicklung in diesem Raum
vom russischen und polnisch-litauischen Mittelalter über die habsburgische Neuzeit bis zur ukrainischen und weißrussischen Gegenwart erhellt
werden. Eigene Forschungen wie die Unterstützung ausländischer (momentan vor allem ukrainischer) Gastwissenschaftler und Kontakte zu Hochschulen
in der Ukraine bilden ein Ensemble, das weitere Arbeiten anregen soll.
Publikationen:
Neben den bereits abgeschlossenen Arbeiten befinden sich mehrere Aufsätze und Veranstaltungen in Vorbereitung.
Link:
Kompetenzzentrum Ukrainestudien
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Dissertationen und Habilitationen
Laufende Dissertationen:
Brandstetter, Elke
„Politische, soziale und kulturelle Funktionen von Provinzialsynoden in Polen“
Gefördert durch: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Dause, Marina
„‘Wo warme Gewässer und hohe Berge sind’. Die Bauernkolonisation des östlichen Mittelasiens im Russländischen Reich in kulturhistorischer Perspektive (1850-1914)“
Donig, Simon
„Die Magnaten. Adeliges Unternehmertum in Schlesien (1770-1918). Integration und Repräsentation einer Elite im bürgerlichen Zeitalter“
Gefördert durch: Internationales Graduiertenkolleg „Adel in Schlesien“
Kügel, Stefan
„Ota Šiks ‚Dritter Weg’. Reformpolitik für soziale Marktwirtschaft vom Prager Frühling bis heute“
Lachmann, Hannes
„Beziehungsgeschichtliche Implikationen des ‘Ungarnaufstands’ und des ‘Prager Frühlings’ für Ungarn und die Tschechoslowakei – Reaktion, Kommunikation und Einflüsse“
Gefördert durch: Gerda-Henkel-Stiftung
Langer, Theresa
„Grenzlandfotografie. Die fotografische Darstellung der tschechischen Grenzgebiete in tschechoslowakischen Publikationen 1945-1956 im politischen Kontext“
Puk, Sławomir
„Polityczna modernizacja Europy. Instrumenty i podmioty papieskiej polityki wobec Polski od soboru bazylejskiego do pokoju westfalskiego (1428-1648)“
Söller, Carola
„Erinnerungsverwaltung, Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur nach 1989 –
Erinnerungsinstitute in Ostmittel- und Südosteuropa im Vergleich“
Ullmann, Franz
„Das Geschichtsbild der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde. Kontinuität und Wandel der ‚katholischen Gesinnungsgemeinschaft’ seit 1946“
Wöller, Burkhard
‘Europa’ in den Ukraine-Konzeptionen von Intellektuellen des Habsburger und des Russischen Reiches. Transnationale Diskursstrategien im Kontext der ukrainischen Nationsbildung“
Laufende Habilitationen:
Rohdewald, Stefan, Dr.
„‘Gott Bulgarien’ und ‘Himmlisches Serbien’
Religiöse Erinnerungsfiguren der orthodoxen Südslaven bis 1944 in Erzählungen von Religion, Politik und Nation“
Gastwissenschaftler
Barwicka, Aleksandra (Katowice, Polen)
„Elitenkreation im Wahlkönigreich Polen-Litauen. Auswahl, Herkunft und Karriere der Ministerialität unter König Sigismund III. Wasa“
Gefördert durch: KAAD
Lukanjuk, Serhij (Ternopil, Ukraine)
„Entstehung und Entwicklung des Schulwesens der Deutschen in Galizien (1772-1914)“
Gefördert durch: Gerda-Henkel-Stiftung
Shevchenko, Tetiana (Kyiv, Ukraine)
„Educators, Sponsors and Rulers: Collective Biography of Key Figures of Humanist Education in the 16th – mid 17th Century (through the Example of the Polish-Lithuanian Commonwealth and the Ruthenia-Ukraine)“
Gefördert durch: Gerda-Henkel-Stiftung
Witkowski, Michał (Katowice, Polen)
„Die Karriere Christoph Leopold Schaffgotschs im Dienste der Habsburger, 1649-1703“
Gefördert durch: KAAD
Zazuliak, Juriy (L’viv, Ukraine)
„Violence, Courts and Noble Community in the Late Medieval Kingdom of Poland: The Evidence from the Rus’ Palatinate (15th – early 16th centuries)”
Gefördert durch: Gerda-Henkel-Stiftung
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