Agilolfinger

Garibald I.

555 - 591 Herzog der Bayern, wahrscheinlich verheiratet mit Walderada, Witwe des fränkischen Königs Theudebald

In der Forschung umstritten ist, in welchem rechtlichen Verhältnis Garibald zu den merowingischen Königen stand. Thesen (die erste These hat die größte Währscheinlichkeit):

  • erblicher selbständigen Herzog, der durch die Ehe mit Walderada für ein Bündnis mit den Franken gewonnen werden sollte
  • fränkischer Adliger, der durch die Ehe und die Erblichkeit seiner Funktion für die heikle Aufgabe in bayern gewonnen werden sollte
  • fränkischer Amtsherzog in Abhängigkeit von den merowingischen Königen

Quellen: Prolog und Kapitel der Lex Baiwariorum , Paulus Diaconus, Gregor von Tours und ein Brief König Theudeberts I. an Kaiser Justinian .


Theoto

Regiert 7## - 717. Die genealogische Beziehung zu den älteren Agilolfinger ist ungeklärt.
Theoto unternimmt 715 eine Pilgerreise nach Rom, wo mit dem Papst die Errichtung einer bayerischen Kirchenprovinz verabredet wird, mit Bischöfen in den vier Teilherzogtümern, in die er sein Reich unter seinen Söhnen aufteilt. Wie weit der Plan ausgeführt wurde, ist unklar.


Theotperht, Crimolt, Theodolt, Tassilo II., Hucperht

Die im Verbrüderungsbuch von St. Peter in Salzburg nacheinander aufgeführten Namen bezeichnen wahrscheinlich die vier Söhne Theotos, unter die er sein Herzogtum aufteilte. Dabei erhielten vermutlichTheotperht Salzburg, Crimolt Freising, Theodolt Regensburg und Tassilo II. Passau. Hucperht war ein Sohn Theoperht. Zwischen Hucperht und Crimolt kam es nach dem Tode der übrigen Verwandten zum Bürgerkrieg, der den karolingischen fränkischen Hausmeiern 725 die Gelegenheit zur Einmischung bot. 728 wird Crimolt ermordet, so daß Hucperht und nach ihm Otilo Alleinherrscher sind.

Stammbaum


Otilo

Regiert 736 - 748. Genealogischer Zusammenhang mit Hucperht unklar; nach Meinung einiger Autoren stammt er aus einer "schwäbischen Linie" der Agilolfinger. 739 Errichtung der bayerischen Kirchenprovinz durch Bonifatius (in fränkischem Auftrag). 743 fränkische Invasion.


© Th. Frenz, Passau 2002