Die mittelalterliche Kaiserkrönung erfolgt in Rom durch den Papst (nur drei Ausnahmen unter besonderen Umständen). Krönungskirche ist St. Peter im Vatikan.
Ablauf einer Kaiserkrönung ohne Zwischenfälle (wichtigste Stationen):
- der künftige Kaiser handelt mit dem Papst den Termin der Kaiserkrönung aus, begibt sich nach Italien, leistet dem papst den Sicherheitseid und kommt am Vorabend der Krönung am Monte Mario nürdlich von Rom an;
- am Krönungstag reitet er zur Peterskirche; unterwegs leistet er den Römern den Eid, ihre Rechte zu wahren;
- der Papst empfängt ihn vor der Peterskirche;
- während des Einzugs werden an drei Stellen Gebete über ihn gesprochen;
- auf der Purpurrota in der Paterskirche wird er auf seine Rechtgläubigkeit geprüft;
- während der Krönungmesse erfolgen Salbung und Krönung;
- nach der Krönung hilft der Kaiser dem Papst (aus reiner Ehrerbietung) beim Besteigen des Pferdes;
- gemeinsam ziehen Kaiser und Papst über die Engelsbrücke und durch die Stadt zum Lateran;
- Krönungsmahl im Lateranpalast.
Häufige Zwischenfälle:
- der Papst knüpft die Krönung an politische Vorbedingungen;
- nach der Krönung kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den deutschen Truppen und den Römern.
Außergewöhnliche Zwischenfälle:
- der künftige Kaiser nimmt den Papst während der Krönung gefangen (Heinrich V.);
- aufgrund der unsicheren Lage kann die Krönung nicht in St. Peter stattfinden, sondern man muß auf den Lateran ausweichen (Lothar III.);
- statt am Sonntag findet die Krönung wegen der drohenden Haltung der Römer schon am Samstag statt (Friedrich I.);
- der Papst hält sich in Avignon auf und läßt deshalb drei Kardinäle die Krönung vollziehen (Heinrich VII.);
- der Kaiserkandidat ist exkommuniziert und läßt sich deshalb nicht vom Papst, sondern von Vertretern der Römer krönen (Ludwig IV.);
- da Rom von kaiserlichen Truppen verwüstet wurde, muß die Krönung in Bologna stattfinden (Karl V.).