Die archaische römische Schrift wird im Laufe der Antike in zweierlei Richtungen weiterenwickelt:
Als Kombination beider Richtungen entwickeln sich Unziale und Halbunziale.
Die Capitalis auf Stein nennt man Capitalis momumentalis, diejenige auf Papyrus Capitalis rustica. Beispiele:
Der Unterschied zwischen den beiden Schriften liegt im Schreibwinkel: bei der Capitalis monumentalis sind die senkrechten Linien am stärksten, bei den Capitalis rustica die waagerechten. Außerdem ist die Capitalis rustica in der Regel schlanker, während sich die Buchstaben der Capitalis monumentalis der Quadratform nähern Es kommt auch vor, daß für Bücher die epigraphische Form nachgeahmt wird; man spricht dann von Capitalis elegans oder Capitalis quadrata. Es gibt jedoch nur ganz wenige Handschriften in dieser Variante, die früher stark überbewertet wurde. Die römische Kursive tritt in zwei Varianten auf, einer älteren und einer jüngeren:
Die römischen Kursiven sind für die Schriftgeschichte nur insofern von Bedeutung, als sich zwischen ihnen und der Capitalis Mischformen bildeten, von denen die weitere Schriftentwicklung ihren Ausgang nahm, die Unziale und die Halbunziale:
Charakteristisch für die Unziale sind die runden Buchstabenformen bei A, D, E, H, M, P und U. Die Halbunziale ist bereits eine deutliche Minuskelschrift, deren Buchstaben unserer heutigen Schrift schon recht ähnlich sind. |