Karolingische Minuskel

Die karolingische Minuskel entstand gegen Ende des 8. Jahrhunderts im Zusammenwirken mehrerer Schreibzentren, schwerpunktmäßig wohl im nordfranzösischen Raum. sie ist die Basis der gesamten weiteren Entwicklung der lateinischen Schrift in Mittelalter und Neuzeit.

    Was hat die karolingische Schrift mit Karl dem Großen zu tun? Unmittelbar nichts; sie ist nicht auf seine direkte Anweisung entstanden. Jedoch war sie im Rahmen seiner kulturell-liturgischen Reformbemühungen (sog. karolingische Renaissance) hochwillkommen, da sie die zuverlässige und eindeutige Wiedergabe lateinischer Texte ermöglichte. Das allgemeine kulturelle Klima und der leichtere und verstärkte Verkehr in Karls Großreich haben ihre Verbreitung gefördert.

Die Buchstabenformen der karolingischen Minuskel entsprechen fast völlig den heutigen kleinen Druckbuchstaben:

Ausnahmen: das g hat keinen gerundeten Bauch, das i hat keinen Punkt, das s sieht aus wie ein f ohne Querstrich. Anders als in den Nationalschriften gibt es keine Doppelformen und keine Ligaturen mehr; öfter verwendet wird lediglich das & für et.

Die humanistische Minuskel entwickelt sich weiter zur gotischen Schrift, jedoch werden ihre ursprünglichen Formen in der humanistischen Schrift wiederaufgenommen.


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