Arbeiten mit Quellen
Welche Quellengibt es?
  Bibel und Bibelinterpretation

Aufbau der Bibel Altes Testament Neues Testament
historische Bücher
5 Bücher Moses:
Genesis
Exodus
Leviticus
Numeri
Deuteronomium
Josue
Richter
Ruth
1. + 2. Samuel (= 1. + 2. Könige)
1. + 2. Könige (= 3. + 4. Könige)
1. + 2. Chronik
1. + 2. Esdras
Tobias
Judith
Esther
1. + 2. Makkabäer
Evangelium nach Matthäus
Evangelium nach Markus
Evangelium nach Lukas
Evangelium nach Johannes

Apostelgeschichte

belehrende Bücher Hiob
Psalmen
Sprüche
Prediger
Hohes Lied
Weisheit
Jesus Sirach
Briefe des Paulus:
an die Römer
an die Korinther I + II
an die Galater
an die Epheser
an die Philipper
an die Kolosser
an die Thessalonischer I + II
an Timotheus I + II
an Titus
an Philemon
an die Hebräer
 
"katholische" Briefe:
des Jakobus
des Petrus I + II
des Johannes I, II + III
des Judas
prophetische Bücher
"große" Propheten:
Isaias
Jeremias
mit Klageliedern
und Baruch
Ezechiel
Daniel

"kleine" Propheten:
Osee
Abdias
Joel
Amos
Jonas
Michaeas
Nahum
Habakuk
Sophonias
Aggaeus
Zacharias
Malachias

Apokalypse


Probleme der Bibelübersetzung:

Die Bücher des Alten Testamentes sind überwiegend in hebräischer Sprache niedergeschrieben. Für die Juden in Alexandria wurde eine Übersetzung ins Griechische angefertigt, der Legende nach von 70 Übersetzern; die Übersetzung heißt deshalb Septuaginta (abgekürzt: LXX).

Für die lateinischen Christen wurde das Alte Testament zunächst aus der LXX übersetzt; diese Übersetzung heißt Vetus Latina (früher fälschlich auch Itala genannt). Die Vetus Latina ist in populärer Sprache verfaßt und bildet eine wichtige Quelle für das sog. Vulgärlatein.

Durch die zweimalige Übersetzung vom Hebräischen über das Griechische ins Lateinische kam es zu Fehlern und Ungenauigkeiten. Deshalb ließ Papst Damasus I. durch Hieronymus das Alte Testament direkt aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzen. Da sich diese Übersetzung durchgesetzt hat, heißt sie die "Gewöhnliche", lateinisch: Vulgata.

Die Vetus Latina wurde dadurch aber nicht überflüssig. Da das Griechische, auf dem sie beruht, eine der drei "Heiligen Sprachen" ist (neben dem Hebräischen und Lateinischen), verkündet auch sie die göttliche Wahrheit. Dies ist z.B. bei den Zahlenangaben in der Genesis von Bedeutung, die man zur Berechnung der Weltschöpfung heranzieht. Die mittelalterlichen Autoren sprechen in diesem Zusammenhang geradezu von einer veritas hebraica (= Vulgata aus der hebräischen Bibel) und einer veritas graeca (= Vetus Latina aus der LXX).

Die Bibel wurde schon sehr früh auch in die Volkssprachen übersetzt, zunächst einzelne Teile, dann der gesamte Text. Die älteste gedruckte deutsche Bibel stammt von 1466.


Littera gesta docet; quid credas, allegoria;
moralis, quid agas; quo tendas, anagogia.

Dieser Merkvers erläutert die antike und mittelalterliche Technik der

Bibelinterpretation

gemäß dem "vierfachen Schriftsinn". Danach hat jede Bibelstelle nicht nur

sondern auch drei geistige Bedeutungsebenen, nämlich

Beispiele: historischer
Sinn
heilsgeschichtlicher
Sinn
seelsorglicher
Sinn
endzeitlicher
Sinn
Jerusalem die Stadt in Palästina die Kirche die Seele des einzelnen Gläubigen das himmlische Jerusalem
Melchisedech der Priesterkönig von Salem Christus auf Erden
bis ca. 1200:
der Kaiser
seit der Zeit Innozenz' III.:
der Papst
Christus als ewiger Hoherpriester
Eva die erste Frau im Paradies Maria die Kirche das apokalyptische Weib


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