Ottokar von Böhmen (ca. 1233 - 1278)

König von Böhmen, Verbündeter des Passauer Bischofs gegen Herzog Heinrich XIII.

ca. 1233 geboren als zweiter Sohn des Königs Wenzel I. von Böhmen aus dem Geschlecht der Premysliden
1247 wird als vermutlich 14-jähriger nach dem Tod seines älteren Bruders Markgraf von Mähren; zunehmende Spannungen zwischen ihm und seinem Vater
1248/49 erfolgloser Aufstand von Adeligen gegen Wenzel, dem sich Ottokar anschließt und sich zum "jüngeren König" wählen lässt
1251/52 Ottokar wird Herzog von Österreich und der Steiermark und heiratet aus taktischen Gründen Margarete, die älteste Tochter des früheren Herzogs (weibliche Erbfolge dort zugelassen). Wenzel I. und Ottokar fallen in Bayern ein und machen reiche Beute.
1253 Ottokar wird nach dem Tod seines Vaters König von Böhmen, Krönung erst 1261.
1257 Schutz- und Trutzbündnis mit Bischof Otto von Passau, gescheiterter Feldzug gegen Herzog Heinrich XIII. von Bayern
1260/61 erfolgreicher Krieg gegen Ungarn um die Steiermark. Heirat mit Kunigunde, Enkelin des Königs Bélas IV. von Ungarn
1266 erneuter Krieg mit Herzog Heinrich, der kurzzeitig das mit Ottokar verbündete Passau besetzt; vorangegangen war ein Streit darum, wer die Position des Salzburger Bischofs besetzen soll
1269 Tod des Herzogs Ulrich III. von Kärnten, das damit laut Erbvertrag auf Ottokar übergeht
1273 unterliegt beim Versuch, sich zum römisch-deutschen König wählen zu lassen, Rudolf von Habsburg
1278 nach dem Verlust von Österreich, Kärnten und der Steiermark Tod bei der Schlacht auf dem Marchfeld; die böhmische Niederlage bedeutet auch das Aus der Großraumpolitik

König Premysl Ottokar II. von Böhmen wollte in seiner Großraumpolitik ein riesiges Herrschaftsgebiet schaffen, das von der Nordsee bis zur Adria reichen sollte. Sein Werdegang kreuzte sich auch oftmals mit der Geschichte Passaus; das wichtigste Ereignis war jedoch das Schutz- und Trutzbündnis mit Otto von Lonsdorf.

bearbeitet von: Andrea Bachmeier
(18.8.2004)

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