18. Bischof von Passau, Erfinder der Lorcher Fabel
Vorbemerkung:
Das Geburtsjahr sowie die Kindheit und Jugend Pilgrims ist unbekannt.
Pilgrim stammte aus dem Geschlecht der Sieghardinger, einem Zweig des bairischen Adelsgeschlechtes der Aribonen. Sein Vater war Sieghard Graf im Chiem- und Sundergau.
Erzogen wurde er in der Stiftsschule des Klosters Niederaltaich und am Hofe seines Oheims, dem Erzbischof Friedrich von Salzburg.
| 14./15.06.970 | Bischof Adalbert von Passau stirbt; mit Hilfe seines Oheims, Erzbischof Friedrich von Salzburg, wird Pilgrim Bischof von Passau |
| 971 | Weihe Pilgrims zum Bischof von Passau |
| zwischen 971 und 985 | Pilgrim fälscht mehrere Diplome, die sog. Lorcher Fabel entsteht |
| zwischen 971 und 991 | Pilgrim soll seinen Schreiber Konrad mit der Niederschrift des Nibelungenliedes betraut haben; dies wird von Forschung kontrovers beurteilt. Die Forschung tendiert dazu, Bischof Wolfger von Erla (1191 - 1204) als Auftraggeber zu sehen. |
| 972 | Pilgrim beeinflußt Otto I. bei der Besetzung des Regensburger Bischofstuhles. |
| zwischen 976 und 985 | Pilgrim läßt die Gebeine des Heiligen Maximilians von Altötting nach Passau übertragen. |
| Juli 976 | Pilgrim erreicht, daß ein Teil der Zolleinnahmen für den Wiederaufbau des Domes verwendet werden kann und die Passauer Kaufleute im ganzen Reich vom Schiffahrtszoll befreit sind; Kaiser Otto II. schenkt Pilgrim die Abtei Niedernburg. |
| August 977 | Passau wird von Herzog Heinrich dem Zänker von Bayern besetzt; Otto II. nimmt die Stadt ein und zerstört die Befestigungen. |
| Oktober 977 | Pilgrim bekommt von Kaiser Otto II. die Ennsburg und 10 Königshufen in Lorch als Entschädigung für die entstandenen Schäden. |
| 985 - 991 | Pilgrim erhält mehrere Privilegien u.a. Zehntrechte, Besitz und Rechte in der Ostmark, |
| 20/21.05.991 | Pilgrim stirbt. |
Bewertung:
Bereits Albert Behaim bezeichnete Pilgrim als einen herausragenden Mann. Ihm gelang es nach den Ungarneinfällen das Bistum wiederherzustellen, zerstörte Kirchen und Klöster aufzubauen und Rechte und Besitz des Bistums wiederzuerlangen bzw. auszuweiten; notfalls mittels Fälschungen bzw. Verfälschungen. Es gelang ihm allerdings nicht, den in der Lorcher Fabel gestellten Anspruch durchzusetzen.
bearbeitet von:
Ruth Weber
(18.8.2004)