(ca. 1175 1258)
Bischof von Passau 1233 - 1250, Anhänger von Kaiser Friedrich II., Konflikt mit Rom
| ca. 1175 | Geburt. Gehört zum Salzburger Ministerialiengeschlecht der Itzling-Fischach-Zaisberg-Bergheim-Radecker |
| ab 1198 | Domherr von Salzburg |
| 1208-11 | Pfarrer von Salzburghofen und Spitalmeister |
| ab 1212 | Im engeren Umkreis des Salzburger Erzbischofs Eberhard von Regensberg |
| bis 1215 | Propst des Augustinerchorherrenstiftes Zell am See |
| ab 1215 | Domherr von Passau |
| 1216 | Erster Bischof des neu gegründeten Salzburger Eigenbistums Chiemsee, Konsekration durch Erzbischof Eberhard am Herrenchiemsee |
| 27.06.1233 | Transferierung nach Passau durch Papst Gregor IX. als Nachfolger des resignierten Bischofs Gebhard v. Plain, nachdem sich das Domkapitel nach einjähriger Vakanz auf keinen Kandidaten hatte einigen können |
| 1233-1250 | Bischof von Passau, Unterstützer Kaiser Friedrichs II. |
| 1240 | Exkommunikation wegen dieser Parteinahme durch Albert Behaim |
| 1248 | Absetzung als Bischof zugunsten des schlesischen Herzogssohnes Konrad, dieser wurde jedoch 1249 von der Kurie nicht anerkannt |
| 1249 | Erneuerung der Exkommunikation und Rücktrittsforderung durch Papst Innozenz IV. |
| 17.02.1250 | Erneute Exkommunikation und Absetzung durch Petrus de Collemedio, päpstlichen Legaten und Kardinal |
| 11.03.1250 | Bestätigung der Absetzung durch Papst Innozenz IV. |
| Herbst 1250 | Der an seiner Statt eingesetzte Bischof Berthold zieht gewaltsam in die Stadt Passau ein |
| 1258 | Tod Rüdigers |
Bewertung: Rüdiger hatte von Anfang an einen schweren Stand in Passau. Er war, auch aufgrund seiner prunkvollen Lebensweise, ständig in Geldnöten, verlor nach seiner Exkommunikation 1240 Vilshofen. Gleichzeitig konnte er die Ortenburger Lehen nicht behaupten. Die Schwäche Rüdigers erlaubte dem bayerischen Herzog Otto II. dem Erlauchten einen großen Beutezug im Passauer Umland. Politisch geriet Rüdiger aufgrund seiner Anhängerschaft zum gebannten Kaiser Friedrich II. in Konflikt mit der Kurie in Rom. Er unterlag seinem Passauer Gegenspieler Albert Behaim, wurde exkommuniziert und schließlich abgesetzt. Rüdiger stand eindeutig auf der Verliererseite im Konflikt zwischen dem Kaiser und Rom.
Interessant: Rüdiger wurden 1245 in Lyon vor Papst Innozenz IV. Totschlag, Simonie und Verschwendung von Kirchengut vorgeworfen. Diese Bezichtigungen waren völlig haltlos, ermöglichten es dem Papst aber, mehr Druck auf Rüdiger auszuüben. Rüdiger war übrigens der einzige bayerische Bischof, der auf Seiten der Wittelsbacher stand.
bearbeitet von:
Marion Lischke
(18.8.2004)