Tassilo III.

(bayerischer Herzog 748 - 788)

Tassilo III. war der letzte bayerische Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger, welche Bayern seit dem 6. Jahrhundert regierten.

741 Geburt Tassilos als Sohn des Bayernherzogs Odilo
748 Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Tassilo zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter, nach deren Tod unter der des fränkischen Hausmeiers Pippin die Herrschaft.
757 Auf dem Reichstag von Compiègne leistet der volljährige Tassilo dem Frankenkönig Pippin einen Eid, der fränkischerseits als Vasalleneid angesehen wird.
763 Im Kriegszug gegen Aquitanien verweigert Tassilo III. König Pippin die Heeresfolge und mindert so entscheidend die Schlagkraft des fränkischen Heeres.
764 Tassilo läßt die Gebeine des hl. Valentin nach Passau bringen.
ab 763 Tassilo III. kümmert sich verstärkt um innenpolitische Angelegenheiten und treibt die Christianisierung voran. So hält er Synoden in Aschheim(756), Dingolfing(769/70) und Neuching(771) und gründet die herzoglichen Klöster Mattsee(ab777), Kremsmünster(777) und Innichen(769).
781 Beim Reichstag zu Worms erneuert Tassilo III. den Eid gegenüber Karl dem Großen.
787 Tassilo verweigert die Vorladung zum Reichstag in Worms. Daraufhin läßt Karl der Große fränkische Truppen in Bayern einmarschieren und besetzen das Herzogtum.
788 Auf dem Reichstag von Ingelheim wird Tassilo aufgrund der verweigerten Heeresfolge von 763 (die als das Verbrechen des harisliz interpretiert wird) zum Tode verurteilt, dann aber von Karl dem Großen zusammen mit seiner Familie zu lebenslanger Klosterhaft begnadigt. Stationen seiner Haft sind u.a. St. Goar, Jumièges/Normandie und Lorsch.
794 Auf der Synode in Frankfurt muss Tassilo III. noch einmal offiziell abdanken und auf alle Rechte für seine Familie verzichten. Dadurch wird das bisherige Herzogsgut in Bayern (somit auch Kloster Niedernburg in Passau) zu Reichsgut.

Das tragische Schicksal dieses Bayernherzogs kann durch vorhandene Quellen nur einseitig und unzureichend erforscht werden. Alle vorhandenen Aufzeichnungen stammen aus fränkischer und somit oppositioneller Feder, was den Schluss zulässt, sie als parteilich und Tassilo gegenüber feindlich gesinnt einzustufen.

bearbeitet von: Florian Taitsch
(18.8.2004)

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