Codex Lonsdorfianus

Sammlung von Urkunden des 8. – 15. Jahrhunderts über Rechte und Besitz der Passauer Kirche

Benannt nach: Otto von Lonsdorf (1254-1265 Bischof von Passau). Auf der Innenseite des Einbandes zeigen die Worte

Istum librum scribi fecit dominus Otto Pataviensis Episcopus dictus de Lonstorf,

dass Otto der Urheber dieser Sammlung war.

Ziel: Das Hauptanliegen Bischof Ottos im Bistum Passau war die Sicherung des Besitzstandes der Passauer Kirche sowie die Rückgewinnung verlorener Güter. Deshalb ließ er die Privilegien von Bistum und Klöstern im Codex Lonsdorfianus zusammenstellen. Es entstand dadurch eine Rechtsgrundlage für den Nachweis an (auch entfremdetem) Kirchengut.

Inhalt: Die wichtige Sammlung alter Urkunden und anderer Quellen über Rechte und Besitzstand des Passauer Bistums gibt Auskunft über die Passauer Geschichte sowie über geschichtliche Begebenheiten Bayerns, Böhmens und Österreichs. Beispiele dafür sind die Raffelstettener Zollordnung oder die Gründungsurkunde des Klosters Kremsmünster aus dem Jahr 777. Der Codex enthält neben der Auflistung der Einkünfte der Passauer Kirche und dem Inventar der Dombibliothek auch Abschriften der ältesten Urkunden des Bistums.

Beschreibung: Der Codex hat eine Größe von 19 (Breite) x 27 (Höhe) cm, wurde in der Zeit vom 13.-15. Jahrhundert geschrieben und umfasst 231 Pergamentblätter.

Archivort: Der Band liegt heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München unter der Signatur "HL Passau 3". Er ist abgedruckt in den Monumenta Boica XXVIII und XXIX.

Bewertung: Der Codex stellte mehrere Jahrhunderte lang eine Rechtsgrundlage für den sicheren Bestand des Kirchengutes dar. Er wurde wegen seiner Bedeutung weit über die Passauer Grenzen hinaus berühmt. Auch in sprachlicher und paläographischer Hinsicht ist die Urkundensammlung äußerst wertvoll.

bearbeitet von: Marion Lischke
(17.8.2004)

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