Reichsfürsten

Der moderne Gattungsbegriff Fürstentümer bezeichnet das Herrschaftsgebiet von Fürsten (Principes). Fürstlich wird seit dem Frühmittelalter neben den Herrschern selbst (Kaiser, Könige) auch die höchste Schicht des Adels genannt, die aus Herzögen oder Gleichgestellten (Markgrafen, Landgrafen) bestand.

Im Heiligen Römischen Reich bildete sich aus diesen weltlichen Fürsten bis 1180 der Reichsfürstenstand heraus, zu dem nach dem Investiturstreit auch die geistlichen Fürsten (Erzbischöfe, Bischöfe, Reichsäbte) gehörten. Die Reichsfürsten (Principes Sancti Romani Imperii) erhielten ihre Reichslehen direkt vom Kaiser (Reichsunmittelbarkeit), besaßen wie die Reichsstädte auf dem Reichstag Sitz und Stimme und übten in ihren Territorien die Landeshoheit aus.

Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 brachte das Ende fast aller geistlichen und vieler weltlichen Reichsfürstentümer. Diejenigen, die sich noch behaupten konnten, schlossen sich 1815 im Deutschen Bund zusammen.

In Passau gilt Bischof Ulrich als erster Inhaber reichsfürstlicher Würde, da ihm König Friedrich II. 1217 die Grafenrechte im Ilzgau verlieh. Dennoch blieb das weltliche Herrschaftsgebiet des Passauer Bischofs immer von sehr geringem Umfang und war wesentlich kleiner als seine Diözese.

bearbeitet von: Dietlind von der Mühlen
(18.8.2004)

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