Heiliger Valentin
Sein Leben:
- Über ihn ist uns nur wenig berichtet
bzw. überliefert. Der Legende nach hat er in Rätien, im
heutigen Bayrischen Raum südlich der Donau, gelebt und
war dort Bischof.
- Er versuchte dreimal in Passau als
Missionar, Abt und Bischof zu wirken, wurde aber jedesmal
vertrieben. Er kam dann als Wanderbischof in das
Alpenvorland und ging schließlich nach Südtirol, wo er
segensreich wirkte. Sein Name kommt vom lateinischen Wort
"valens": der Gesunde, der Vielvermögende, der
Starke.
- Am 7.1.475 starb er und wurde in der
Kirche Zenoburg in Mais bei Meran (Südtirol) beigesetzt.
Nach seinem Tod:
- Herzog Tassilo III. von Bayern hat um
764 die Gebeine des Hl. Valentin in den Stephansdom von
Passau gebracht, wo
er seither als Diözesanpatron verehrt wird.
- Bei der Erhebung seiner Gebeine 1120
fand man in seinem Sarg eine Bleitafel mit seinem
Lebenslauf, die ein "anonymus Passaviensis"
abgeschrieben hatte. Darauf beruhen auch die
Informationen über den Hl. Valentin.
- In Passau tauchen die Reliquien des Hl. Maximilian meist gemeinsam mit denen des Hl. Valentins
auf, etwa bei den Heiltumsschauen oder wenn sie in
feierlicher Prozession durch die Stadt geführt werden,
um eine drohende Gefahr abzuwenden wie die Pest im Jahr
1634.
- Seit 1289 konnten sich die Wallfahrer
im Dom um ein prächtiges Hochgrab der beiden
Bistumspatrone Valentin und Maximilian versammeln. Die große Gunst der Gläubigen
konnte der Hl. Valentin zwar nicht erringen, aber seine
Zuständigkeit für Kopfschmerzen und epileptische
Krankheiten ließ auch noch im ausgehenden 17.
Jahrhundert vereinzelt Wallfahrer an seinem Grab kommen.
Dargestellt wird er daher als Bischof mit einem
Epileptiker zu seinen Füßen.
- Beim Stadtbrand 1662 ist der Großteil
der Reliquien verbrannt. Die Reste sind noch in einem
barocken Reliquienschrein verwahrt.
Gegenwart:
- In Passau ist das Knabenseminar nach
ihm benannt. Der Altar im südlichen Seitenschiff das
Domes ist ihm und dem Heiligen Maximilian geweiht.
- Er ist Stadtpatron von Passau.
- Egon Boshof (Hg.),
Geschichte der Stadt Passau (Regensburg 2003), S. 63-64,
S. 396-397.
- Franz Mader, Tausend
Passauer. Biografisches Lexikon zu Passaus
Stadtgeschichte (Passau 1995), S. 241.
- Max Spindler (Hg.),
Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band. Das
alte Bayern. Das Stammherzogtum bis zum Ausgang des
12.Jahrhunderts. (München 1975), S. 142.
bearbeitet von:
Cathrin Adam
(18.8.2004)
