Österreichischer Geschichtsschreiber, Theologe und Diplomat
| ca 1388 | Geburt in Haselbach in Niederösterreich. Seine Familie ist wohlhabend, der begabte Sohn erhält eine aufwendige Erziehung (u.a. Latein) und interessiert sich früh für Himmelskunde und Geschichte. |
| ca. 1406/1407 | Beginn des Studiums an der Artisten- und der Theologischen Fakultät der Universität Wien |
| 1412 | Abschluss des Studiums, Beginn seiner Lehrtätigkeit. Hält zunächst Vorlesungen über naturwissenschaftliche Themen, später auch über Didaktik, Ethik und Theologie. |
| 1419 | Dekan der Artisten-Fakultät in Wien |
| Ca. 1420/1421 | Priesterweihe. Er ist ein überzeugter Kleriker, der die Kirche vor der Einmischung weltlicher Herrscher schützen möchte. |
| 1427 | Domherr in Wien |
| 1432 | Ebendorfer reist als Vertreter der Universität Wien zum Konzil von Basel. In der Machtfrage zwischen Konzil und Papst gehört Ebendorf zu den Konzilsanhängern, die das Konzil über den Papst stellen wollen. Weiterhin muss er sich mit dem Verhältnis des Konzils zu den Hussiten beschäftigen. |
| 1435 | Abberufung vom Konzil |
| Nach 1435 | Als Gesandter Friedrichs III. ist Ebendorfer viel auf Reisen, u.a. in Böhmen, Prag und Italien |
| 1458 | Friedrich III. und Ebendorfer entfremden sich, seine diplomatischen Aufträge nehmen ab, jedoch erhält Ebendorfer in diesem Jahr von Friedrich den Auftrag, eine Reichschronik zu verfassen. (Cronica regum Romanorum). Neben geschichtlichen Werken (v.a. Cronica Austrie, darin auch von Passau die Rede) hat Ebendorfer zahlreiche theologische und philosophische Schriften verfasst und seine Reisen in einem Tagebuch festgehalten. |
| 1464 | Tod nach kurzer Krankheit |
Bewertung: Thomas Ebendorfer gilt als einer der wichtigsten Teilnehmer des Basler Konzils. Er hatte sich klar für eine Stärkung des Konzils und eine Schwächung des Papstes ausgesprochen, verstand es aber, diplomatisch geschickt zwischen den verschiedenen Partein zu agieren. Neben seiner Rolle als Diplomat war er aber auch einer der "fruchtbarsten Autoren der Weltliteratur". Würde man alle seine Werke aneinander reihen, käme man auf eine Gesamtseitenzahl von 18.500 Seiten.
bearbeitet von:
Stephanie Schmitt
(16.8.2004)