Seitenangabe der
Literatur; Passauer Bischofsregesten nachtragen
| um 814 | aus schwäbischem Adel geboren. |
| Bendediktinermönch in Ellwangen. Zeitweise im Kloster Erzkaplans Grimald in St. Gallen, wo er mehrere Heiligenviten verfaßt. | |
| 866 | Ermanrich wird zum Bischof von Passau berufen. |
| 867 | Bischof Ermanrich leitet einen ergebnislosen Missionarsversuch in Bulgarien. |
| 868 | Auf der Reichssynode zu Worms erweckt der Bischof durch seine frischen Erfahrungen aus dem griechischen Osten die besondere Aufmerksamkeit der Teilnehmer. |
| 870 | Ermanrich beteiligt sich an dem Vorgehen des bayrischen Episkopats gegen Method. |
| 873 | Bischof Ermanrich wird von Papst Johannes VIII. wegen der Beteiligung am Vorgehen gegen Method suspendiert. |
| 874 | Bischof Ermanrich stirbt |
Bewertung: Bischof Ermanrich war wohl eine der mutigsten und kraftvollsten Gestalten der Passauer Bischofsgeschichte. Er genoss hohes Ansehen als Gelehrter und Schriftsteller und erregte besonders durch seine missionarischen Bemühungen Aufsehen. Obwohl sein erster Missionarsversuch in Bulgarien scheiterte, wagte sich Bischof Ermanrich an die Missionierung des Großmährischen Reiches. Diese Missionarsversuch ließ ihn in Konflikt mit den Slavenaposteln Kyrill und Method kommen. Das Großmährische Reich erstreckte sich Anfang des 9. Jh. von Böhmen über die Karpaten bis hin zum ungarischen Plattensee. Da das Bistum Passau direkter Nachbar des Großmährischen Reiches war, sah es Bischof Ermanrich als seine Pflicht an, die Missionierung des heidnischen Gebiets einzuleiten. Obwohl auch dieser Missionierungsversuch scheiterte, trug er durch seine Bemühungen zu einer Ordnung der kirchlichen Verhältnisse in Mähren bei.
(Volkhard Pfeifle)