Faustinus

Faustinus, der oft auch wegen des lateinischen Namens als Faustinianus zu finden ist, lebte im 3. Jahrhundert als illyrischer Zolleinnehmer in Passau. Damals befand sich die römische Zollgrenze am Inn und trennte die Provinzen Rätien und Norikum voneinander. Für die Überwachung von Donau, Inn und Ilz, wählte man einen günstig gelegenen Platz, dem sie den Namen der keltischen Siedlung Boiudurum, später dann Boiotro gaben. Die Lage der Zollstation (statio des publicum portorii Illyrici), Organisation zur Abschöpfung des Fernhandels im Donauraum, d. h. wichtige Zwischenstation des Fernhandels, vermutet man am südlichen Innufer (Passau-Innstadt). Dieses Grenzkastell hatte eine Zollstation, wo Faustinus Zolleinnehmer, bzw. Stationsleiter war. Bei Grabungen im Kastell fand man unter anderem seinen Grabstein, der heutzutage als Weihwasserbecken in der Severinskirche dient. Die Inschrift wurde von seinem Sohn Ingenu(u)s und dem ehemaligen Stellvertreter des Faustinus, Felix errichtet. Darauf liest man "Den Schattengötter! Dem Faustinianus, Verwalter der illyrischen Zölle haben sein Sohn Ingenuus und Felix, Centurio der Sklaven des Kaisers, dessen Stellvertreter, aus wohlverdienter Zuneigung diesen Grabstein setzten lassen."

Ob Faustinus an diesem Ort begraben wurde oder ob der Stein später hierher gebracht wurde, ist nicht geklärt.

bearbeitet von: Claudia Hoinkis
(16.8.2004)

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