Graf von Pleyen, Fürstbischof, 35. Bischof von Passau von 1222-1232
| 1170 | Geboren als jüngerer Sohn des Grafen Liutpold von Pleyen und Hardeck und der Gräfin Utta von Burghausen Bruder Liutpolds III. |
| 18.06.1210 | Erhält als Domherr von Passau die Pfarrei Grafenwörth, deren Patronatsrecht Gebhards Bruder Liutpold III. und Vetter Konrad beanspruchen. |
| März 1222 | Wahl zum Bischof von Passau: die Verwandschaftsbindung zu den Staufern spielte maßgebliche Rolle. |
| Energische
Pfarrpolitik, deshalb heftige Konflikte mit nach
Unabhängigkeit vom Bischof strebenden Klöstern. In Niedernburg, St. Pölten, Kremsmünster und Ranshofen gelang es ihm, seine Herrschaft durchzusetzen. |
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| 17.03.1225 | Erläßt das erste Passauer Stadtrecht und erbaut das Stadtrichterhaus gegenüber dem Rathaus (heute: Hotel zum Wilden Mann) und gliedert das "Örtl" am Zusammenfluß von Donau und Inn in die Stadt ein. |
| 1229 | Die von Papst Gregor IX. angeordente große Klerus- und Klostervisitationen führt Gebhard mit großer Gewissenhaftigkeit (Exkommunikation von etwa 40 Äbten, Pröpsten und Pfarrern seiner Diözese). Sein rigoroses Vorgehen führt zu Konflikten mit dem Domkapitel. |
| 06.05.1231 | Die grausame Ermordung des Domherrn Eberhard von Jahenstorf wird ihm angelastet. Verdächtigt werden aber auch die Passauer Bürger. |
| 1232 | Im Streit zwischen Papst und Kaiser steht er auf Seiten des Papstes, das Domkapitel aber auf Seiten des Kaisers. Die daraus erwachsenden Zwistigkeiten in Passau führen zur Resignation des Bischofs führten, welcher nach Rom geht. |
| 11.10.1232 | Tod in Rom. |
Bewertung: Bischof Gebhard gehörte weder zu den bedeutendsten Reichsbischöfen seiner Zeit, noch zu jenen Passauer Bischöfen, die für die Bistumsgeschichte folgenschwere Maßnahmen ergriffen haben. Aus Untersuchungen über seine Regierungstätigkeit geht jedoch hervor, dass sein Pontifikat durch ununterbrochene Bemühungen um die Passauer Kirche, sowohl in geistlichen als auch in weltlichen Angelegenheiten, geprägt war.
Seine Klosterpolitik bezog sich hauptsächlich auf Kloster Niedernburg, St. Pölten, St. Nikola, St.Pölten und Ranshofen.
Er setzte sich dafür ein, gute Beziehungen zum Papst und zur staufischen Reichsgewalt zu haben, um die Interessen der Passauer Kirche zu sichern.
Er versuchte mit Hilfe der Kirchenreform, seine bischöfliche Position zu stärken. Er erlebte dadurch den Widerstand der Klöster, des Domkapitels und des Adels.
Er musste mit diesen drei Kräften um den Ausbau eines fürstbischöflichen Territoriums konkurrieren.
Letztlich hatte er nur einen geringen Erfolg dabei, die Interessen Passaus zu wahren, aber er bildete ebenso wie seine Vorgänger eine Grundlage für die weitere Territorialbildung der Passauer Kirche.
bearbeitet von:
Nina Susanne Schöpf
(16.8.2004)