Philipp von Schwaben

Römisch-deutscher König (1198–1208)

1177 Philipp von Schwaben wird als jüngster Sohn aus der 2. Ehe Kaiser Friedrich Barbarossas mit Kaiserin Beatrix von Burgund um 1177 geboren (erste urkundliche Erwähnung 1178)
1190 Friedrich Barbarossa stirbt auf dem 3. Kreuzzug. Da der dort ebenfalls verstorbene Bischof Gottfried von Würzburg Kanzler Friedrich Barbarossas gewesen war lag es nahe, den Kaisersohn Philipp auf diesen Bischofsstuhl zu berufen. Jedoch machte Kaiser Henrich VI. diese Entscheidung wieder rückgängig und erhob seinen Bruder zum Herzog von Schwaben.
1197 Im September verlässt Philipp Deutschland, um seinen Neffen (Friedrich II.)zur Krönung nach Aachen zu holen; der Kaiser stand vor dem Aufbruch zu einem Kreuzzug und wollte seine Nachfolge sichern. Philipp betraute Bischof Diethelm von Konstanz mit der Verwaltung seines Herzogtums und ritt über den Brenner und Bozen nach Italien. In Montefiascone erreicht ihn die Schreckensnachricht vom Tod seines Bruders.
Der Tod
Heinrichs, hatte die politische Lage völlig verändert, und so kehrte Philipp nach Deutschland zurück. Er war nun zwangsläufig zum Haupt der staufischen Partei geworden.
Philipp berief an Weihnachten eine Versammlung in Hagenau ein. Philipp verkündete dort, er wolle die Krone für seinen Neffen erhalten. Es gab zu diesem Zeitpunkt bereits Gegenstimmen im Lager der Stauferfeinde, sie fanden Friedrich zu jung, um als Nachfolger das Reich zu regieren. Philipp fürchtete, dass sein Geschlecht die Köänigswürde verlieren könnte, und als logische Konsequenz musste er selbst die Krone anstreben.
Erzbischof Adolf von Köln war einer der entschiedensten Gegner der Staufer, er verfocht offen die Absicht, eine Neuwahl durchzuführen, die keinen Staufer mehr auf den Thron bringen sollte. Um dies durchzusetzen nahm er Kontakt mit Erzbischof Johannes von Trier auf, der ihm seine Unterstützung versicherte. Beide spielten bei einer Königswahl eine wichtige Rolle. Erzbischof Adolf hatte die Aufgabe der Krönung, Johannes von Trier die der Thronsetzung.
1198 Am 1. März kam man in Köln zusammen, Bischof Konrad von Straßburg reiste ebenfalls an. Die Gruppe suchte einen Kandidaten aus dem Welfenhaus, das seit langem mit den Staufern verfeindet war. Doch war der älteste Sohn Pfalzgraf Heinrich noch nicht vom Kreuzzug zurückgekehrt, und sein jüngerer Bruder Otto von Poitou, der spätere Kaiser, hielt sich in Frankreich auf.
Die Lösung der Nachfolgefrage war angesichts der allgemeinen Lage eine unbestrittene und dringende Notwendigkeit, und die offen zur Schau getragene Entschlossenheit beider Seiten, eine solche Lösung zu finden, war gegeben. Der drohende Konflikt zeichnete sich ab.
Und schließlich gibt Philipp am 6.März seine Einwilligung zur Königswahl ab, die dann am 8. März stattfand. Philipp führte danach den königlichen Titel und trug die Krone, obwohl er noch nicht gekrönt worden war, ein deutliches Zeichen an alle, die noch Zweifel hatten. Adolf und Johannes von Trier waren bei der Wahl nicht anwesend und beklagten dies. Sie nahmen für sich in Anspruch, dass nur durch ihre Teilnahme die Wahl rechtskräftig sei. Und so präsentierten sie nach vielen Verhandlungen und Überlegungen den dritten Sohn Heinrichs des Löwen und Mathildes von England, der Schwester Richards,
Otto von Poitou.
Am 9. Juni wurde die Wahl verkündet. Anwesend waren dabei, der Erzbischof, die Bischöfe von Bernhard von Paderborn und Thietmar von Minden sowie die Reichsäbte von Inden, Werden und Corvey, wobei Adolf für Konrad von Mainz und Johannes von Trier sprach.
Für Philipp bedeutete dies, dass sein nächster Schritt die Krönung sein musste, er war zwar im Besitz der Kroninsignien, doch der feierliche Akt hatte in Aachen stattzufinden, sein Vollzug war das Vorrecht des Kölner Erzbischofs. Philipp blieb jedoch zunächst in Worms, während
Otto und sein Anhang sehr viel aktiver bereits 10 Tage nach der Wahl vor Aachen standen und in die Stadt eindringen wollten, die von Philipps Rittern zuerst noch verteidigt wurde, bis diese jedoch nach drei Wochen aufgaben und Otto am 10.Juli Walrem von Limburg gegenüber trat, der ein wichtiger Helfer wurde. Nun konnte Otto gekrönt werden, Insignien hatte man rasch anfertigen lassen und Erzbischof Adolf vollzog die Krönung am 12.Juli. Zwei Könige standen nun an der Spitze des Reiches.
Philipp lässt sich in Mainz von Erzbischof Aimo von Tarentaise, aus dem burgundischen Reichsteil, krönen.
Es musste zu kriegerischen Auseinandersetzungen der beiden Adelsgruppen kommen. Es gibt in diesem Konflikt sehr viele verschiedene Schlüsselfiguren, die wichtigst jedoch war Papst Innozenz III., der ein Verbündeter
Ottos wurde. Er sah in den Staufern Verfolger der Kirche. Philipps Anhänger dagegen waren eine große Anzahl weltlicher und geistlicher Fürsten. Es folgten Jahre im gegenseitigen Kampf.
1201 Um die Jahreswende fiel in Rom eine folgenschwere Entscheidung. Innoznenz griff den Aspekt der translatio, der Übertragung der Kaiserwürde von den Griechen durch das Papsttum nach dem Westen, auf, woraus er das Einflussrecht des Römischen Stuhls ableitete. Als ersten Kandidaten erwog Innozenz Friedrich, da dieser zum König gewählt worden war, aber ein Kind könne nicht Kaiser werden, in Philipp befürchtete er einen Verfolger der Kirche, und so blieb nur Otto, der seiner Meinung nach geeignet sei das Reich zu regieren. Es sollten noch viele Jahre des Thronstreites folgen, in dem die Beteiligten auch dazu neigten, die Seiten zu wechseln.
1208 Nach langen, unruhigen Jahren mit vielen Kämpfen versprach Innozenz schließlich, Philipp anzuerkennen und ihn zum Kaiser zu krönen, als Philipp aus Privatrache von Pfalzgraf Otto von Wittelsbach ermordet wurde. Daraufhin wurde Otto IV. allgemein anerkantt.

bearbeitet von: Maleen-Shirin Kranz
(17.12.2004)

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