Nikolaus Schreitwein

Schreitwein – angeblicher Passauer Chronist und Verfasser des Bischofskatalogs, einer sehr detaillierten Bistumsgeschichte, die 1793 erstmals gedruckt unter dem Titel

Cathalogus Archiepiscoporum et Episcoporum Laureacensis et Patauiensis Ecclesiarum per N. Schreitwein collectus ad Fridericum Tertium Romanorum Imperatorem

erschien. Dieser Bischofskatalog galt als vertrauenswürdige Quelle, welcher vom 16. Jahrhundert an alle bayerisch-österreichischen Historiographen folgten.

Von Albert Behaim zunächst für einen Bischof gehalten, meint man Schreitwein später als Abt Secundinus von Trient identifizieren zu können, bis er durch kritische Forschung schließlich als fiktiv bzw. fingiert erklärt wird.

Wie es zu dieser "Verwechslung" kam?

Schritowinus (oder auch Schritwinus) verdankt sein Dasein dem bayerischen Historiographen Johannes Turmair (1477-1534), genannt Aventin. Er verfasste Annalen, in welchen er sich auf Schriften Schreitweins bezieht, die er angeblich in Passau vorfand. Historiker sind sich heute jedoch einig, dass dieser Annahme ein Schreib- bzw. Lesefehler zu Grunde liegt, durch welchen die zweite Fassung des Cathalogus preslum Laureacensium (die Secundinus) des Thomas Ebendorfer zur Schreitwein-Fassung wurde, deren Autor es allerdings nie - jedenfalls nicht unter diesem Namen - gab.

bearbeitet von: Susanne Kipke
(18.8.2004)

zum Lexikon     zum Stadtplan     zur Zeitleiste