Grafschaft im Ilzgau

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Geographische Lokalisierung und ihre Bedeutung für die Bischöfe Passaus

Um 1100 n.Chr. entstand die Grafschaft im Ilzgau im Zuge der Landfriedensbewegung im deutschen Reich. Sie ist charakterisierbar durch eine zunehmende territoriale Geschlossenheit und ihre Bindung zum Königtum.
Seit ca. 1200 ist der Ilzgau in den Passauer Quellen als regionale Einheit zu erkennen.
  Geographisch ist das Gebiet im Raum östlich von Passau und nördlich der Donau anzusiedeln. Zwischen Donau und der böhmischen Grenze und den Flüssen Ilz im Westen und der Großen Mühel (ursprünglich Rodel) im Osten.
Zunächst hatten die Grafen von Sulzbach die Macht im Ilzgau inne, jedoch nach deren Aussterben wurde die Grafschaft unter den Griesbachern und Falkensteinern aufgeteilt. Erst unter Bischof
Ulrich von Passau wird die Grafschaft wieder geeint.
Dies passt in das Konzept der Passauer Bischöfe, die schon seit längeren die Absicht hegten die Herrschaft über dieses Gebiet für sich zu gewinnen.
1010 Erkenntlich ist dies daran, dass selbst schon 1010 vor einer Urkundenfälschung nicht halt gemacht wurde – eine angebliche Nordwaldschenkung an das Kloster Niedernburg durch Heinrich II. – um ihr Territorium zu mehren. Hierin soll dieser auf Bitten seiner Gemahlin Kunigunde und der Äbtissin Eilika, seiner Tante, den Ilzgau, einen Teil des Stadtzolls und den gesamten böhmischen Zoll an die Abtei Niedernburg geschenkt haben.
Das Kloster, inmitten der bischöflichen Stadt, gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zur Einflusssphäre des Königs; wurde aber schließlich
1161 von Kaiser Barbarossa der Kirche geschenkt. Jedoch blieben die Vogtei, gewisse Verfügungsrechte und die Königssteuer (jährliche Abgaben an den König in Höhe von 40 Pfund Regensburger Münze) in den Händen des Kaisers.
Ziel der Passauer Bischöfe war es von nun an, die Beschränkungen aufzuheben und die
Vogtei und die Königssteuer zu erwerben.
Am 28. März 1193 übergibt schließlich Heinrich VI., nach dem Aussterben der Sulzbacher, die Vogtei und die Königssteuer an Bischof Wolfger.
Obwohl sich nun der territoriale Besitz der Bischöfe weit nördlich der
Donau, entlang der llz sowie ostwärts ausgedehnt hatte, lag jedoch der Gerichtszwang in dem Gebiet nach wie vor bei den Herzögen von Baiern.
Der Wittelsbacher Otto (+1183) vererbte diese Rechte an seinen Sohn Herzog Ludwig von Baiern. Eine Urkunde vom
21. Januar 1217 spricht hier von einer Wiederbelehnung Ludwigs mit "quoddam feudum vexilli, vulgo vanlehen appelantur." Dieser gab aber auf Bitten Friedrich II. dieses sog. Fahnlehen an das Reich zurück, sodass Bischof Ulrich von Passau am
24. Januar 1217 damit belehnt werden konnte. Hier wird das Gebiet nun allerdings als "comitatum ... per loca Ylsgowe..." benannt. Ulrich gab aber sofort dieses Gebiet wieder Ludwig von Baiern als Kirchenlehen zurück. Dies dadurch zu erklären wäre, dass die Machtverhältnisse des Bischofs zu dieser Zeit noch nicht so gefestigt waren, dass er sich ohne Mithilfe des Herzogs sich dieses Gebietes hätte sicher sein können.
Am 5. September 1220 war aber dies dann wohl der Fall: Eine Urkunde besagt, dass Herzog Ludwig von Baiern das Lehen ("comitia in ylskeu, cuius termini ab ylsa usque ad inferiorem Muhelam protenduntur") an Bischof Ulrich von Passau gegen eine Zahlung von 500 Mark Silber zurückgegeben hat.

1217 gingen die Bischöfe durch die in Besitznahme des Ilzgaus in den Stand der Reichsfürsten über. Aber wie gerade ersichtlich, wurde das Fürstentum erst 1220 unmittelbare Verwaltung genommen. In der Folgezeit machten es sich die Bischöfe von Passau zur Aufgabe das Territorium zu konsolidieren:


bearbeitet von: Wolfgang Gahbauer