Pfaffengasse Nr.9 – Pesttür

     Seitenangaben in der Literatur

Gegenüber der Nordtür zum ehemaligen "Domkloster" führt die Pfaffengasse hinab zur Donaulände. Sie hat, gemessen am Standard der Altstadtgassen, eine respektable Breite und gibt schon damit ihre einstige Bedeutung zu erkennen.
In ihr wohnten früher jene Geistlichen, die sog, "Pfaffen", die die Funktionen bei der Stephanskathedrale wahrzunehmen hatten und somit der Gasse ihren heutigen Namen gaben.
Die Stuckornamente unterhalb der Fenster lassen heute noch erkennen, dass diese Gebäude sich einst in kirchlichem Besitz befanden.

Eine Besonderheit findet sich an der Ostseite des Hauses Pfaffengasse Nr.9:
Dieses schmale, dreistöckige Haus besitzt noch immer eine Pesttür als Eingangstüre. Die geschnitzte und mit Ranken versehene Haustür aus dem Jahre 1693 lässt in der Mitte ein eingesetztes vergittertes Türchen, das sog. "Pesttürl" erkennen. Die Tür misst 2,08 m, bei einer Breite 1,28m. In einer Höhe von 1,01 m befindet sich das vergitterte, 38,5 cm hohe Pesttürl, welches im Mittelalter zum Durchreichen von Speisen und Medikamenten für die Pestkranken im Haus diente und somit eine Ansteckung verhindern sollte. Da das Haus Nr.9 bei den Stadtbränden von 1662 und 1680 bis auf die Grundmauern ausgebrannt ist, wird vermutet, dass es sich bei der Türe um eine originalgetreue Nachbildung handelt.

Neben anderen Passauern, wohnte ab 1459 der Dombaumeister Jörg Windisch in der Pfaffengasse Nr.9, wo er auch 1466 starb.

Verfasserin: Claudia Stiebler